Neues vom Acker KW 15

Ihr Lieben,

Jakob und ich haben heute die ersten Radieschen für die Verteilung geerntet – und für mich ist das jedes Jahr ein kleines Highlight. Dann ist so richtig Frühling. Und das viele grüne Blattwerk bekommt endlich einen kleinen Farbtupfer. Denn der Frühling ist auf dem Teller ja oft erstmal ziemlich einfarbig: viel Grün, dazu oft lauchige und leicht scharfe Aromen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es manchmal auch etwas überfordernd sein kann, auf einmal so viel frisches Grünzeug zu bekommen – zumal es möglichst schnell verarbeitet werden möchte. Im Lager gibt es aktuell noch Sellerie und Rote Bete, und auf dem Acker steht noch Porree, der nun bald geerntet werden muss, bevor er schießt. WhatsApp%20Image%202026-04-08%20at%2018.49.24%20%283%29 Frisch gepflanzt reiht sich im Freiland inzwischen einiges aneinander: Brokkoli, Blumenkohl, dicke Bohnen, Mairübchen, Koriander, Kohlrabi, Mangold und vieles mehr. Oft sind die Kulturen allerdings verdeckt, denn die Nächte sind nach wie vor kalt. Deshalb schützen wir den Großteil des Gemüses mit Kulturschutznetzen und Vliesen. Sie helfen dabei, die Wärme, die vom Boden abstrahlt, bei den Pflanzen zu halten und sie so durch die kalten Nächte zu bringen. WhatsApp%20Image%202026-04-08%20at%2018.49.24 WhatsApp%20Image%202026-04-08%20at%2018.49.24%20%281%29Als ich meine Ausbildung zur Gärtnerin begonnen habe, hätte ich nie gedacht, wie viel Zeit ich einmal mit Netzen, Folien und Vliesen verbringen würde. Inzwischen gehören sie einfach dazu. Es gibt viele verschiedene Varianten – hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten im Gemüsebau: Feinmaschige Netze schützen vor Schadinsekten wie Möhrenfliege, Kohlweißling oder Erdfloh und kommen vor allem bei Kohl, Möhren und Lauch zum Einsatz. Daneben gibt es grobmaschigere Wildschutznetze, die das Gemüse vor Rehen, Hasen und Vögeln schützen. Sie sind außerdem praktisch für Kulturen, die gut abtrocknen sollen, etwa Salat, und eignen sich auch für empfindlichere Pflanzen wie Fenchel, da sie deutlich leichter sind. Vliese setzen wir vor allem im Winter und im Frühling ein. Über Schattiernetze werde ich dann im Sommer mehr berichten 😊

Ein großes Stück Silofolie haben wir kürzlich auf eine von Quecke dominierte Ackerfläche gelegt – in der Hoffnung, dass sie durch den Lichtentzug zumindest so weit geschwächt wird, dass wir sie später problemlos herausgrubbern können. Soweit die Theorie.

Wenn nicht gerade der Wind die Netze aufweht oder das Vlies mal wieder zu klein oder eingerissen ist, macht die Arbeit gerade richtig viel Spaß. Wenn ihr also auch ein bisschen Sonne im Gesicht und Erde an den Händen vermisst, kommt sehr gerne zum Jäten und Hacken vorbei – es gibt im Moment eigentlich immer etwas zu tun. WhatsApp%20Image%202026-04-08%20at%2018.49.24%20%282%29 Und noch eine schöne Nachricht: 100 Ernteanteile sind jetzt vergeben – juhu! Wir freuen uns aber weiterhin über neue Solawistas. Also gerne weiter Werbung machen 🙂

Bis bald! Jule

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